Richtig g´heirat - richtig g´feiert - Hochzeitsausstellung in Holzhausen

Anregungen zur Durchführung einer Brauchtumshochzeit

So lautete das Motto der ersten Hochzeits-Ausstellung im Trachtenkulturzentrum des Bayerischen Trachtenverbandes in Holzhausen, von 7-8 Oktober 2017, im Augustinder Stadl. Viele interessierte Besucher suchten die wissenswerte Ausstellung auf um eventuelle An-regungen zur Planung ihrer Hochzeit, silbernen oder goldenen Hochzeit dort zu finden.

Die Anregungen, Erinnerungen und vielfältig präsentierten Feinheiten wurden vom Sach-gebiet Mundart-Brauchtum-Laienspiel in mühevoller Kleinarbeit Monate lang zusammen-gestellt.  Es standen Geistliche beider Konfessionen, Hochzeitslader, Brauchtumswarte und eine Trachtenschneiderin beratend zur Seite.

Auch der Lechgau war mit einem Stand vertreten. Die verschiedenen Schritte/Teile einer Hochzeitsveranstaltung wurden auf die Gaue verteilt. Der Lechgau bekam zusammen mit dem Huosigau, die Aufgabe das BRAUTVERZAING darzustellen.  Josef Fiederer Brauchtums-wart des Lechgau, baute einen Stand mit Wein, Wasser, Teller, Besteck, Brotzeit, 4 hand-bemalte Schilder, Blumenschmuck, Verkleidungsgegenstände für die Brautsuche, sowie einer Informationswand mit drei Texten zur Geschichte und Anregungen zur Durchführung eines Brautverziangs und vielen Fotos, von Spielen und Brautsuche auf. 

Dazu kamen noch Gstanzl, Liedtexte und Spielebeschreibungen vom Huosigau-Vertreter, Michael Promberger.

 

Kirchliches Brauchtum

Einige unserer Trachtenvereine im Lechgau sind beim Aufbau eines Heiligen Grabes in den Kirchen zu Ostern beteiligt. In Landsberg am Lech ist es der 2. Vorstand vom Trachtenverein Edelweiß Landsberg am Lech. Er baut am Karsamstag in der Frühe das Grab in der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt auf. Von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr findet die stille Anbetung am Heiligen Grab statt. Danach wird das Grab wieder abgebaut, bevor die Feier der Osternacht beginnt. 

 

Das Brauchtum: Ein kleines Wort - ein großes Thema

Brauchtum der Jahreszeiten, kirchliches und weltliches Brauchtum. In der Stadt und auf dem Land. Guter alter Brauch, vergessener, verkommener, falsch verstandener, missbräuchlich benutzter alter Brauch. Neu eingeführte Bräuche.

 

Was ist Brauchtum?

 

Gutes Brauchtum ist ein Grundstock des menschlichen Gemeinschaftslebens, es lässt das  Zusammengehörigkeitsgefühl wachsen und wirkt gemeinschaftsbildend. Bräuche und dadurch entstehende Feste unterbrechen den allgemeinen Ablauf des Alltags. Die meisten Bräuche und Feste orientieren sich am Ablauf des Jahres, sowie des Kirchenjahres, oder an wesentlichen Stationen des Lebenslaufes eines Menschen. Sie haben ihre Wurzeln im menschlichen Wissen.

 

Bräuche regeln den Ablauf oder stecken den Rahmen z.B. eines Festes ab. Brauchtum wurzelt tief im Verlauf des Jahres, im Lebenslauf des Menschen und vor allem in der Geschichte eines Volkes. Denn „ Guter Brauch und gute Sitte, kommt aus des Volkes Mitte“.

 

Einige unserer Bräuche haben ihre Wurzeln in heidnischen Zeiten und vorchristlichen Kulturen. Sie kamen mit den Römern in unser Land und wurden vom Christentum übernommen oder bekamen einen theologischen Hintergrund.  Jedenfalls verschmilzt in vielen Bräuchen Weltliches, Heidnisches und Religiöses, so dass der Aberglaube und Glaube, oft nicht klar zu trennen ist.        

 

Bräuche im Wandel der Zeit! Gefahren oder Segen!

 

Bräuche sind ständig einem geschichtlichen Wandel unterworfen. Sie verändern sich durch Verordnungen der Obrigkeit, durch politische, wirtschaftliche, kulturelle und kirchliche Entwicklungen. Auch modische Zeitströmungen und gesellschaftliche Wertvorstellungen greifen in die Bräuche ein, so dass es immer wieder zu Diskussionen kommt und der gute Brauch nur durch konkretes Eingreifen in die Abläufe erhalten bleibt.

 

Bräuche sind regional unterschiedlich und können dabei auch ihren Sinngehalt ändern!

 

Unsere Aufgabe im Lechgau und den Vereinen besteht darin, die Bräuche und die guten Sitten zu bewahren,  zu verstehen, richtig zu gestalten und ordentlich weiterzugeben. Wer das Brauchtum lebt und versteht kann es auch sinnvoll ausführen und lebendig erhalten. Dies lässt in jedem Einzelnen, ob Einheimischer oder nicht, den Heimatgedanken in sich aufsteigen. Es lehrt uns sich für die gute Sache in der Heimat einzusetzen.

 

Josef Fiederer Sg. M.B.L.

 

Literatur: Herbert Sedlmair: Feste Feiern Bräuche durch das Jahr